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Zwischenbilanz

Gutes Licht für alle – Eine Zwischenbilanz
Von Matthias Thömel, 24.12.2019

„Gutes Licht für alle“ – außer für Veranstalter. So könnte das Fazit für eine Zwischenbilanz meines effektiven Altruismus Projektes lauten.
Meine Lichtanlage ist sechs mal in den letzten vier Monaten erfolgreich aufgetreten und konnte ca. 1500 Gästen und Musikern eine Show liefern. Fünf dieser Auftritte waren durch die Musiker initiiert worden, einer durch einen Schüler an der IGS Roderbruch. Kein einziges mal hat ein Club oder eine Spielstätte in oder um Hannover Interesse gezeigt.

Wieso ist das so?

Ich würde als erste Antwort sagen: „Es gibt überhaupt kein künstlerisches Interesse an den Shows bei Betreibern von Spielstätten“. Eine oft gestellte Frage an einen Techniklieferanten aus Hannover ist: „Wieviel Bier kann ich dadurch mehr verkaufen?“. Diese Frage sagt meiner Meinung nach alles. Die Clubs arbeiten am Limit der Lukrativität. Oft werden die Räume nur noch vermietet und dadurch das letzte unternehmerische Risiko eines Veranstalters beim Künstler abgeladen. Allerdings müssen die Gäste des Mieters dann die Getränke beim Betreiber oder Veranstalter kaufen. Der mietende Künstler hat nur den Eintritt als Einnahmequelle. Von Gästen, die schon über einen Eintrittspreis von mehr als 10 Euro stöhnen. Den Kaffee im Starbucks heute Mittag hat man aber gerne genossen, für 7 Euro.

„Aber es gibt doch öffentliche Förderung, wieso wird sich daraus nicht bedient?“, könnte man fragen. Und ja, es gibt solche Fördertöpfe. Die haben allerdings dermaßen absurde Bedingungen, dass sie praktisch für einen Betreiber, der wirtschaftlich am Limit arbeitet nutzlos sind. Da wird ein Förder-Topf für Lichttechnik eröffnet, der ausschließlich die Anschaffung von Technik unterstützt, nicht jedoch deren Installation und Programmierung. Beispielsweise kostet eine kleine Lichtanlage ungefähr 4000 Euro, die zu 80% gefördert werden. Die Installation durch einen Fachbetreib und die Programmierung der Lichtsteuerung kostet jedoch 6000 Euro, das soll der Clubbetreiber dann selbst zahlen. Also geht es den Fördertöpfen auch nicht um Kunst.

Die gesetzlichen Regelungen, eine Ton- oder Lichtanlage in einem öffentlichen Raum zu installieren sind streng. Das ist verständlich und schützt die Künstler auf und das Publikum vor der Bühne. Beides, die Fördertöpfe und die gesetzlichen Regelungen kommen aus der gleichen Quelle: Der Politik. Der Spielstättenbetreiber steht machtlos vor dieser Hürde und gibt einfach auf. Niemand zeigt ihm, wie er es doch noch erreichen könnte, bessere Shows anzubieten und dadurch sogar mehr Bier zu verkaufen.

Meiner Meinung nach könnte man sehr viel mehr erreichen, wenn die entscheidenden Stellen in der Politik und Kulturförderung mit kompetenten Menschen besetzt wären. Menschen, die selbst schon Shows, Veranstaltungen oder Events organisiert und ausgestattet haben.

Meine Lichtanlage wird noch weitere acht Monate in und um Hannover auf Tour gehen. Getrieben von den Künstlern, auf die ich jeden Monat mit einer Mailingaktion zugehe. Ich freue mich auf weitere, schöne Konzerte mit euch. Wir sehen uns dann,

Euer Matthias

Ich unterstütze:

ALS

Don Bosco

Kinderhospitz Bärenherz

Kinderhospitz Bärenherz Leipzig e.V.

 

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